Nieder mit der Winterpause oder: Endlich wieder Fußball!

Am 22.02.2014 soll es nun also endlich wieder soweit sein: erstes Punktspiel 2014 im heimischen Heinz-Krügel-Stadion! Das Wetter spielt bisher einigermaßen mit und die Vereinsoberen haben ja auch schon pressewirksam verlauten lassen, dass man alles tun wird, um das Spiel stattfinden zu lassen. Sollte der völlige Wintereinbruch mit riesigen Schneemassen, Blitzeis und fiesem Bodenfrost also in der nächsten Zeit ausbleiben, rollt wohl an besagtem Samstag auch in der Regionalliga Nordost tatsächlich wieder der Ball. Anlass genug, einen kurzen Blick auf die zurückliegende Vorbereitung zu werfen. 

Heinz-Krügel-Platz 1

Der Erste FC Magdeburg absolvierte in dieser Winterpause bislang insgesamt fünf Vorbereitungsspiele, ausstehend sind noch die Partien gegen den KSV Hessen Kassel in Wernigerode am 15.02. und der abschließende Test bei der zweiten Mannschaft vom VfL Wolfsburg am 18.02.. In den bisherigen Vorbereitungsspielen gab es keine Niederlage, vier Mal ging man als (zum Teil deutlicher) Sieger vom Platz, einmal (gegen die zweite Mannschaft von Eintracht Braunschweig) trennte man sich Unentschieden. Auffällig waren für mich dabei – aus der Ferne betrachtet – vor allem drei Dinge: bis auf das Spiel gegen den SV Lokomotive Aschersleben kassierte die Mannschaft in jedem Spiel mindestens ein Gegentor, und das auch gegen ligentechnisch deutlich tiefer angesiedelte Gegner. Außerdem läuft unsere Offensivmaschinerie bereits wieder auf Hochtouren und war vor allem auf einen gewissen Christian Beck auch in der Vorbereitung wieder Verlass. Last, but not least scheint der Verein mit Christoph Siefkes, wenn man den Vorbereitungsspielberichten glauben darf, einen richtig guten Griff gemacht zu haben; der junge Mann scheint unser Offensivspiel auf der rechten Außenbahn ordentlich zu beleben und ich freue mich drauf, ihn am 22.02. gegen den Berliner AK erstmals persönlich in Augenschein nehmen zu können.

(Als vierte kleine Auffälligkeit könnte man jetzt noch anführen, dass Andreas Petersen in den Vorbereitungsspielen wieder munter durchgewechselt hat, aber daran dürften sich auch die Letzten mittlerweile gewöhnt haben.)

Wie ernst man die Sache mit den Gegentoren in Vorbereitungsspielen nehmen muss, muss man sehen; Glas-halb-leer-Menschen würden jetzt vermutlich unken, dass das mit Unkonzentriertheiten und mangelnder Qualität zu tun hat und dass man mit einer wackligen Defensive eben keine Meisterschaften gewinnt. Dem könnte man nun entgegenhalten, dass, klar, Gegentore niemals schön sind, allerdings einige der Spiele auch auf zum Teil abenteuerlichen Geläuf stattfanden und man die ganze Sache in der Wintervorbereitung ohnehin nicht allzu hoch hängen sollte. Schaut man auf die aktuelle Tabelle in der Regionalliga Nordost, so wird man feststellen, dass der Erste FC M dort mit 20 Gegentoren den schlechtesten Wert der ersten drei Mannschaften aufweist (Neustrelitz ließ nur ganze 9 (!) Gegentore zu). Insgesamt liegt man gegentoretechnisch aber im oberen Tabellendrittel: nur 3 Mannschaften haben weniger Tore kassiert, Aufsteiger Viktoria Berlin steht ebenfalls bei 20. Aus meiner Sicht also erst mal kein Grund zur Panik, aber etwas, was man vielleicht im Hinterkopf haben sollte. Allerdings: solange wir – insbesondere in den Spielen gegen Jena und Neustrelitz – immer ein Tor mehr erzielen, als der Gegner, sollen mir die Gegentore einigermaßen egal sein ;-).

Dass unsere Offensive schon wieder ordentlich geölt scheint und dass Christian Beck seine Form über die Winterpause offenbar konservieren konnte, ist natürlich auf jeden Fall erfreulich. Noch viel erfreulicher ist aber, dass sich jetzt so nach und nach Akteure wieder zurückmelden, die noch in der Vorrunde zu den großen Pechvögeln zählten: zu nennen sind hier natürlich Florian Beil und Matthias Steinborn. Beide erhalten inzwischen wieder gut Vorbereitungsspielzeit, die sie auch mit Toren rechtfertigen, was Mut macht für die Rückrunde und eine tiefere Bank für den Angriff auf Tabellenplatz eins bedeutet. Es ist außerdem irgendwie gut zu wissen, dass wir neben der Mensch gewordenen Tormaschine Beck und dem routinierten Lars Fuchs noch weitere – fitte (!) – Spieler im Kader haben, die wissen, wo das Tor steht. Zumal zu befürchten ist, dass die gegnerischen Mannschaften unser Spiel über Fuchs und Beck in der Zwischenzeit wohl ordentlich ausgeguckt haben dürften.

So weit, so einfach und gut also beim Ersten Fußballclub Magdeburg. Könnte man meinen. Der Club wäre ja allerdings nicht der Club, hätte es in der Winterpause nicht doch noch einen mittelgroßen Aufreger gegeben: nämlich den um die Frage der ausstehenden Vertragsverlängerung mit Trainer Andreas Petersen und Co-Trainer Danny König. Mittlerweile (!) haben zwar beide Seiten (also die Trainer und der Verein) vereinbart, diese Problematik nur noch intern zu diskutieren („Warum nicht gleich so?“, fragt sich da der neutrale Beobachter), trotzdem gab es sowohl in der Gazette mit den vier Buchstaben, als auch in der seriöseren Magdeburger Volksstimme einen regen und zum Teil deutlichen Meinungsaustausch.

Die Situation ist dabei natürlich nicht einfach, aber zunächst die Fakten: Petersen und König sind mit einem Arbeitspapier bis 30.06.2014 ausgestattet. Bei Amtsantritt am 01.07.2012 wurde für die Entwicklung der Mannschaft ein (erneuter…) Drei-Jahres-Plan ausgegeben, an dessen Ende der Aufstieg in die 3. Liga stehen sollte. Gut die Hälfte dieses Planungszeitraums ist nun vorbei, man steht bereits in Jahr 2 des Dreijahresplanes auf dem zweiten Tabellenplatz und hat durchaus noch Chancen, am Ende die Relegation zu erreichen. Mit anderen Worten: basierend auf dem seinerzeit kommunizierten Zeithorizont liegt man sportlich fast mehr als im Soll und es wäre eigentlich ein ‚No-Brainer‘, mit Petersen jetzt schon mindestens ein weiteres Jahr der Zusammenarbeit zu vereinbaren und den gemeinsam eingeschlagenen Weg auch gemeinsam weiter- und zu Ende zu gehen.

Eigentlich. Und das sieht wohl auch das Trainergespann so. Sinngemäßes Zitat: „Im April braucht niemand mehr mit uns zu sprechen.“

Jetzt kommen aber zu den sportlich insgesamt durchaus erfreulichen Fakten und Entwicklungen noch andere Aspekte hinzu. Hier dürften insbesondere Petersens zum Teil katastrophale Außendarstellung und seine oft, ähm, direkte und mitunter etwas grobschlächtige Art eine große Rolle spielen; Freunde hat er innerhalb der Entscheidungsgremien damit jedenfalls sicher nicht hinzugewonnen. Dazu kommt, dass man in der Führungsetage angesichts des aktuellen Tabellenstandes und der vagen Möglichkeit, noch auf Platz eins zu springen, möglicherweise ungeduldig wird und jetzt schon mit Macht in die Relegation will. Anders sind jedenfalls Aussagen wie „wir warten erst mal die ersten Spiele ab und entscheiden dann“ und „in der letzten Saison sind wir ja nach der Winterpause auch schlecht aus den Startlöchern gekommen“ nicht zu deuten. Böse Zungen könnten ja jetzt außerdem behaupten, dass man sich intern schon längst entschieden hätte, mit Petersen nicht weiterzumachen und nun nach einem Nicht-Verlängerungs-Grund sucht, den man auch der Öffentlichkeit gut verkaufen kann. Aber ich will ja niemandem was unterstellen…

Was ich mich also frage, ist: wenn man sich doch auf einen Drei-Jahres-Plan geeinigt hat, die Mannschaft erst am Ende des dritten Jahres aufsteigen muss und man jetzt sportlich über (!) dem Soll liegt, warum nimmt man dann nicht die aktuelle Tabellensituation als schöne Momentaufnahme mit und lässt alle ganz in Ruhe – und mit der entsprechenden vertraglichen Sicherheit – weiterarbeiten? Oder anders gefragt: ist es nicht in Anbetracht des dreijährigen Planungshorizonts vielleicht ein wenig arg kurzsichtig, die weitere (bisher erfolgreiche!) Zusammenarbeit mit dem Trainer von den ersten drei, vier Spielen in 2014 abhängig zu machen? Es kann mir doch niemand ernsthaft erzählen, dass man die Gesamtleistung eines Trainers über einen Zeitraum von dann fast 2 Jahren und die weitere Entwicklungsperspektive an diesen Spielen festmachen will. Es sei denn, natürlich, man hätte sich bereits entschieden…

(Dass es, nebenbei bemerkt, einfach nur hanebüchen und weltfremd ist, dem Trainer den 7-Punkte-Rückstand auf Neustrelitz als absoluter Ausnahmemannschaft der Hinrunde kritisch vorzuhalten, habe ich ja mehrfach schon ausgeführt.)

Insgesamt also für alle eine irgendwie blöde Situation, in der das Trainerteam sicherlich noch die komfortabelste Position innehat. Sollte es nämlich nicht zu einer Vertragsverlängerung kommen, gibt es sicherlich mehr als nur einen Verein, der sich die Dienste von Petersen und/oder König sichern wollen würde. Der Club jedenfalls spielt die Risikokarte und könnte am Ende ganz blöd aus der Wäsche gucken, wenn nämlich nicht nur Platz 1 möglicherweise nicht erreicht wurde, sondern auch der derzeitige Trainer woanders unterschrieben hat. Da es aber letzten Endes immer nur um den Verein und nicht um einzelne (Trainer)Persönlichkeiten gehen kann, vertraue ich einfach mal darauf, dass man in der Führungsriege den richtigen Riecher hat und die bestmögliche Entscheidung trifft. Und wenn dann die Mannschaft mit den entsprechenden Ergebnissen auch noch die richtigen Argumente liefert, sollte doch eigentlich nichts mehr schief gehen.

Ob es so kommt, wie ich es mir wünsche, nämlich mit einem entspannten Heimsieg gegen den BAK am 22.02. und der dann hoffentlich bald folgenden Vertragsverlängerung mit dem bei weitem erfolgreichsten FCM-Trainer der letzten Jahre, wird sich schon bald zeigen. Bis dahin gilt es noch, die letzten beiden Testspiele erfolgreich und verletzungsfrei zu überstehen und hier im Blog den zweijährigen Blog-Geburtstag vorzubereiten.

Aber das ist eine andere Geschichte, die an einem anderen Tag gepostet werden soll.

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