Winterpause!

Eben noch überlegt, wie man das wohl anstellen kann mit der Anreise zum Pokalspiel nach Sandersdorf und zack! ist unverhofft Winterpause. Grund: ebenjenes Landespokalspiel beim Oberligisten aus dem Süden Sachsen-Anhalts wäre das letzte Pflichtspiel des Ersten FC Magdeburg im Kalenderjahr 2013 gewesen, fiel nun aber der Witterung zum Opfer und soll am 01.02.2014 nachgeholt werden. Kenner der Szene wissen natürlich, dass es unwahrscheinlich bis utopisch ist, dass das Spiel dann an diesem Termin auch tatsächlich stattfinden wird, aber unsere Verbandsweisen werden sich sicherlich etwas dabei gedacht haben *hust*.

Nun, sei es drum, dann ist eben jetzt tatsächlich Schluss mit den Pflichtspielen in diesem Jahr; es beginnt also die ungeliebte Durststrecke, die, anders als die Sommerpause, für ungewisse Zeit andauern kann – je nachdem eben, wie gnädig Petrus dem Amateurfussball zu Beginn des neuen Jahres gestimmt ist. Die erste Männermannschaft hat das letzte Training jedenfalls bereits absolviert und sich in den wohl verdienten Urlaub verabschiedet, bis Trainer Petersen am 13.01.2014 zum offiziellen Outdoor-Aufgalopp in ein hoffentlich ebenso erfolgreiches neues Jahr bittet, wie das bald vergangene eins war. 

Das Fußballjahr 2013 war für den Magdeburger Fussball eins auf jeden Fall nicht: langweilig. Die vergangene Regionalligasaison fand mit dem dramatischen Endspiel um den Landespokal Sachsen-Anhalts und dem glücklicherweise richtigen Sieger einen krönenden Abschluss, und auch die neue Spielzeit hielt bisher doch schon allerlei Aufreger, Skandälchen, Diskussionen, Genussmomente und (Teil-)Erfolge bereit. So dürfte zum Beispiel die Hinserie 2013/2014 als die erste in die Clubgeschichte eingehen, in der beide Spieler, die die aktuelle Dauerkarte zieren, keine einzige Punktspielminute auf dem Feld standen.

FCM-Dauerkarte 13/14Tobias Friebertshäuser (links) hat bereits seit der Saisonvorbereitung immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und konnte daher bisher auf der Innenverteidiger-Position, auf der er noch im Mai absolut gesetzt war, nicht angreifen. Hier sind inzwischen Felix Schiller und Christopher Handke, sofern sie nicht verletzt oder gesperrt sind, sicher gesetzt, sodass es auch in der Rückrunde schwer werden wird für „Friebe“, Spielzeit zu bekommen. Naja, und Marco Kurth (rechts im Bild) wurde noch vor der ersten Punkterunde von Andreas Petersen mehr oder weniger rasiert, kommt seitdem nur noch in der Verbandsligaelf zum Einsatz und betreut inzwischen als verantwortlicher Trainer recht erfolgreich die B-Jugend des Vereins. Insofern fand der erste richtige Aufreger der Spielzeit 2013/2014 zumindest von außen betrachtet ein recht glimpfliches Ende, nachdem im Zuge der ‚Causa Kurth‘ schon wieder die ersten Spezialisten den Kopf vom Trainer forderten und der felsenfesten Überzeugung waren, ohne den Ex-Bundesligaprofi wird die Mannschaft keinesfalls erfolgreich spielen können. Nun, ich denke, der zweite Tabellenplatz mit sehr, sehr guten 33 Punkten aus 16 Partien und damit gerundeten 2,1 Punkten pro Partie beweist eindrucksvoll, dass diese Sorge doch eher unbegründet war.

Überhaupt, die Trainerposition: inzwischen könnte man fast meinen, die Magdeburger Anhängerschaft schafft sich auch dann Probleme, wenn es eigentlich keine gibt – die Diskussion darüber, ob Andreas Petersen der richtige Trainer für die erste Mannschaft des Vereins sei, hält sich eigentlich spätestens seit der Kurth-Suspendierung (in der Petersen aber – wie die sportliche Leitung insgesamt – keine sehr gute Figur machte) hartnäckig und wird uns wohl auch weiterhin begleiten. Was wurde nicht alles diskutiert über den Charakter von Petersen, über seine vermeintlichen taktischen Defizite, über seine Art des Umgangs mit seinen Spielern und was weiß ich nicht noch alles. Fakt ist: Andreas Petersen hat eine ziemlich gute Regionalligamannschaft geformt, die verdient auf dem zweiten Tabellenplatz steht und in der Hinrunde durchaus auch einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht hat (dazu gleich mehr). Dass neben Teilen der Fanszene in der letzten Zeit auch die Vereinsführung mehr als einmal kritisch angemerkt hat, dass 7 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Neustrelitz (die, glaube ich, 14 (!!!) Spiele in Folge gewonnen hatten) ein großes Malus sind, das man der Mannschaft (und damit auch dem Trainer) ankreiden muss, wirkt da vor dem Hintergrund der just absolvierten Halbserie schon fast grotesk. Magdeburg halt. Sogar das Wort „inakzeptabel“ wurde der schreibenden Zunft von Seiten eines Vereinsoffiziellen kürzlich in die Feder diktiert, was ich nicht weiter kommentieren kann, ohne irgendwie ausfällig zu werden.

Sicher hat man, vor allem zu Saisonbeginn, ein paar unnötige Punkte liegen lassen, aber das ist eben das, was eine ziemlich gute von einer sehr guten Regionalligamannschaft unterscheidet. Inzwischen hat unsere Elf aber gelernt, dass sie durchaus die Qualität hat, auch mal ein Spiel zu drehen und die Hinrunde immerhin ihrerseits mit einer netten kleinen Serie abgeschlossen. Wenn diese Entwicklung im neuen Jahr anhält und verstetigt werden kann, ist der Schritt zur Viertliga-Spitzenmannschaft vielleicht sogar schon vollzogen – wir werden sehen. Allerdings kann man es einigen ja eh nie recht machen, und wenn die Mannschaft genügend Punkte holt, ist eben die Frisur der Spieler Scheisse, schmeckt das Bier im Stadion schal oder hat der Trainer mal wieder den Lieblingskicker auf der Bank gelassen und somit überhaupt gar keine Ahnung von Fußball. Und da die Kritik am Trainer bei einigen die Grenze zwischen rationalem Argumentieren und blindem Ätzen längst in Richtung „Ätzen des Ätzens wegen“ überschritten hat, muss man wohl auch weiter darauf gefasst sein, dass beim ersten Punktverlust alle wieder aus ihren Löchern kriechen und die „Ich-habs-doch-schon-immer-gewusst“-Platte auflegen. Zu Weihnachten und für das neue Jahr wünsche ich mir daher, dass Mannschaft und Trainer den ewigen Nörglern der Einfachheit halber in 2014 schlicht keine großen Argumente liefern ;-).

Nicht verschweigen darf man natürlich, dass Coach Petersen auch Grund und Auslöser des zweiten richtig großen Aufregers der Hinrunde war, als er sich nämlich in der Halbzeitpause des Heimspiels gegen Wacker Nordhausen zu einer, sagen wir mal, ‚körperlichen Ermahnung‘ seines Trainerkollegen Jörg Goslar hat hinreißen lassen, die ihm eine Innenraumsperre von 4 Meisterschaftspielen einbrachte. Menschlich völlig verständlich, professionell aber leider absolut daneben und Wasser auf die Mühlen derjenigen, die Petersen lieber gestern als heute gefeuert sehen würden. Was bleibt, ist die Erkenntnis (die aber auch auf Seiten des Trainers mittlerweile gereift sein dürfte), dass das Betätigungsfeld „Außendarstellung/Image“ dasjenige sein dürfte, das wohl am meisten Verbesserungspotential bietet. Zumal die Vereinsführung auch ziemlich deutlich gemacht hat, dass Petersen, was seine Außendarstellung angeht, gewissermaßen mit gelber Karte spielt und bei weiteren Verfehlungen dieser Art wohl – um bei dem Bild zu bleiben – vorzeitig duschen gehen und anschließend seinen Spind ausräumen müsste. Soll heißen: bei weiteren Stunts im Bereich Außendarstellung dürfte Schluss sein mit dem Trainerposten des fußballerischen Aushängeschildes der Region.

Was die mannschaftliche Entwicklung angeht, so fällt das Fazit rückblickend, wie oben schon angedeutet, überwiegend positiv aus. Man konnte sich weiter stabilisieren, spielte mitunter (für Viertligaverhältnisse) großartigen Fußball (Zwickau!) und schielt zur Pause schon so ein kleines bisschen zum Platz an der Sonne, immer verbunden mit der Hoffnung, dass der Lauf der Neustrelitzer tatsächlich mehr eine Fabelserie, denn Ausdruck großer mannschaftlicher Qualität war und da in der Rückrunde vielleicht noch was geht. Natürlich waren auch die besagten Graupen dabei (man erinnere sich an das hier im Blog schon viel zitierte Plauen-Spiel), aber alles in allem macht das, was die Mannschaft in den letzten 6, 7 Punktspielen vor allem ergebnistechnisch gezeigt hat, große Lust auf mehr. Und wenn man sich in der Rückrunde nicht solche Schlafeinlagen wie die gegen den späteren (Dauer-)Spitzenreiter Neustrelitz leistet, dann klappt es auch mit dem stückchenweisen Aufholen eines Sieben-Punkte-Rückstandes ;-).

Was den Kader betrifft, ist mittlerweile doch eine gewisse Konstanz und, wie auch bereits erwähnt, eine entsprechende Entwicklung zu erkennen – auch wenn wir nicht jeden Gegner kontinuierlich mit vier Toren Unterschied aus dem Stadion ballern. Größter Pechvogel der Hinrunde ist aus meiner ganz persönlichen Sicht Patrick Bärje, bei dem wohl das Karriereende droht, weil das verdammte Knie einfach nicht mehr leistungssportgerecht halten will. Schade für den Bengel, sollte es so kommen, und schade auch für die ganze Mannschaft, die von der überdurchschnittlichen Qualität eines gesunden Patrick Bärje sicher gut hätte profitieren können. Als größte Enttäuschung muss man an dieser Stelle sicherlich einmal mehr Telmo Teixeira nennen, den man wohl mittlerweile in die Rubrik „Transferflop“ einsortieren muss. Im FCM-Forum wird ja bereits wieder wild spekuliert, woran es nun liegt und wer Schuld daran ist, dass Teixeira in schöner Regelmäßigkeit die Bank wärmt. Ich mag mich daran nicht so recht beteiligen, weil ich für solche Art der Spekulation doch ein bisschen zu weit weg bin, muss aber dem Spieler in dieser Situation großen Respekt zollen, dass da nicht – wie das in der Vergangenheit ja durchaus üblich war – über einschlägige Printmedien groß rumgegnatzt wird. Und wer weiß – im Fußball kommt unverhofft ja auch oft und eventuell ergibt sich für Teixeira ja in der Rückrunde doch noch irgendwie die Möglichkeit, sein Können unter Beweis zu stellen.

Der dritte große Aufreger der Hinrunde, wenn man denn so will, war aus meiner Sicht das eher erlebnisorientierte Auftreten einiger Unverbesserlicher, und irgendwie wirkte es so, als wären die so genannten ‚Ausschreitungen‘ dieses Jahr häufiger vorgekommen als sonst. Das kann aber auch nur ein rein subjektives Empfinden sein, wobei unsere Freunde und Helfer in grün (bzw. neuerdings blau) da sicher sofort einige Statistiken aus der Schublade zotteln könnten, die genau diesen subjektiven Eindruck untermauern. Sei es, wie es sei, Gewalt ist immer scheisse und es bleibt zu hoffen, dass diese Art der Selbstinszenierung auf Kosten des Vereins im kommenden Jahr unterbleibt.

Tja, und das soll es dann auch schon gewesen sein mit der kleinen Rückschau auf das FCM-Fußballjahr 2013. Auch der Blog geht nunmehr in die Winterpause – und zwar trotz der drei genannten, größeren Aufreger mit einem insgesamt doch sehr guten Gefühl. Warum? Weil ich glaube, dass die Mannschaft auf einem guten Weg ist, wir den Aufwärtstrend in 2014 weiter bestätigen und die Liga noch mal richtig spannend machen werden! 

An der Stelle bleibt mir dann jetzt nur noch, meinen drei Lesern (und ja, auch Dir!) schöne Feiertage zu wünschen :-)! Genießt die Zeit, erholt Euch gut und kommt gut ins neue Jahr!

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